Betrieb
Die Zeichnung bleibt beim Hersteller
Der Hersteller behält die Zeichnung, der Kunde sieht die freigegebene Baugruppe, und Hosting in Deutschland ist ein Plan.
Im Besprechungsraum liegt die Mappe noch zu. Der Kunde hat gefragt, ob er die Explosionszeichnungen "bei sich" ablegen kann, auf einem Laufwerk der Instandhaltung, damit seine Leute nicht anrufen müssen. Die eigene IT fragt, auf welchem Server so etwas läge und welches Zertifikat man dem Einkauf des Kunden schicken soll. Jemand sagt, dann lade man das Archiv eben hoch, dann sei es durchsuchbar. Die Mappe bleibt zu, und das ist der richtige Reflex. Durchsuchbar ist nicht dasselbe wie freigegeben. Ein Archiv, das der Kunde durchsuchen kann, zeigt Entwürfe, alte Stände und Nachbarbaugruppen, die nie für seine Serie bestimmt waren.
Die Zeichnung bleibt beim Hersteller. Was der Kunde sieht, ist die Baugruppe, die Sie für seine Serie freigegeben haben. Nicht die Mappe. Nicht den Ordner der letzten zwanzig Jahre.
Was der Kunde sehen soll
Der Kunde steht an seiner Maschine, liest die Seriennummer vom Schild und öffnet die Explosionszeichnung, die zu diesem Gerät freigegeben ist. Er sieht die Baugruppen, die Sie für diese Serie sichtbar gemacht haben. Er tippt eine Markierung. Die Anfrage trägt Serie, Baugruppe, Position, Teilenummer, Benennung und die Menge, die er setzt. Ist eine Nummer abgelöst, sieht er den Hinweis auf den Nachfolger. Die alte Nummer bleibt auffindbar. Das ist die Sicht, die einen Bestellweg trägt.
Er sieht nicht den Entwurf von letzter Woche. Er sieht nicht das Blatt der Nachbarserie, nur weil es im selben Ordner liegt. Er sieht nicht jede Datei, die ein Konstrukteur einmal zu diesem Typ abgelegt hat. Diese Dateien bleiben bei Ihnen, weil sie Arbeitsstand sind oder weil sie zu einem anderen Gerät gehören. Sichtbar wird eine Baugruppe, wenn jemand sie freigibt, für diese Serien, in diesem Stand. Vorher ist sie ein Arbeitsblatt. Nachher ist sie eine Auskunft.
Diese Grenze ist der eigentliche Inhalt der Freigabe. Sie ist keine zusätzliche Vorsicht neben dem Hochladen. Hochladen legt eine Datei ab. Freigeben sagt, dass diese Datei, so wie sie jetzt ist, dem Kunden dieser Serie gezeigt werden darf. Beides zu vermischen heißt, jeden Import für eine Auskunft zu halten. Ein Import ist eine Vorbereitung. Die Auskunft spricht der Hersteller.
Das Archiv ist kein Katalog
Ein vollständiges Archiv fühlt sich nach gutem Service an. Der Kunde könnte selbst suchen, die Instandhaltung wäre unabhängig, die Anrufe würden weniger. In der Praxis sucht er dann in Blättern, die sich widersprechen. Zwei Revisionen auf einer Seite, eine Fußnote, die niemand liest, eine Stückliste, die zum anderen Blatt gehört. Er tippt eine Position, die es in seiner Maschine nicht gibt, und die Anfrage sieht vollständig aus. Vollständig und falsch.
Deshalb ist der Katalog nicht das Archiv. Der Katalog ist die Menge der freigegebenen Baugruppen. Er wächst, wenn Sie die nächste Baugruppe geprüft und freigegeben haben. Er wächst nicht, wenn ein Ordner kopiert wird. Lücken bleiben markiert, bis ein Mensch sie schließt. Eine Baugruppe mit offener Lücke geben Sie nicht frei, auch wenn der Ordner sie schon enthält. Der Kunde versteht eine fehlende Baugruppe. Er versteht eine falsche Position nicht.
"In vier Wochen einsatzbereit" meint eine freigegebene Baugruppe, nicht das Archiv einer Produktfamilie. Der Umfang, welche Baugruppen und welche Serien dazukommen, steht im Angebot. Die Dateien, aus denen Sie freigeben, bleiben bei Ihnen. Der Kunde bekommt die Sicht auf das, was Sie gezeigt haben, nicht die Rolle, Ihre Mappe zu ordnen.
Die öffentliche Demo nimmt keine Kundenzeichnung an
Wer das ansehen will, bevor eine eigene Baugruppe freigegeben ist, sieht einen erfundenen Katalog. Darin steht die Muster Maschinenbau GmbH mit der Maschine VFS 400. Die Teile, die Serien und die Blätter dort sind Beispiel, kein Kundenbestand und kein Auszug aus einer echten Akte. Eine Nummer wie 400-3106 zeigt dort höchstens, wie eine Teilenummer aussehen kann. Sie ist kein Beleg, dass irgendein Betrieb dieses Teil führt.
In dieser öffentlichen Demo wird keine fremde PDF hochgeladen. Es gibt dort keinen Weg, die eigene Explosionszeichnung hineinzulegen und zu schauen, was das Portal daraus macht. Das ist absichtlich. Eine Kundenzeichnung ist eine Auskunft in Vorbereitung, mit Lücken, mit Ständen, mit Serien, die niemand in einer offenen Umgebung neben einen erfundenen Katalog legen sollte. Der erste Blick gilt dem Beispiel. Der Import echter Unterlagen ist ein anderer Vorgang, bei Ihnen, an den Dateien, die Sie freigeben wollen.
Wer die Demo benutzt und danach seine PDF vermisst, hat sie nicht abgegeben. Es ist nichts von ihm in diesem Katalog gelandet. Die Fragen Ihrer Unterlagen beantwortet das Beispiel nicht. Die beantwortet die Prüfung vor Ihrer Freigabe.
Hosting in Deutschland ist ein Plan
Für das Produkt ist vorgesehen, dass der Betrieb in Deutschland liegt. Das ist ein Plan für das Hosting, keine Urkunde und keine Rechtsmeinung. Es ist kein ISO-Zertifikat, kein TÜV-Zeichen und kein abgeschlossenes Audit, und dieser Text behauptet keines davon. Ein Plan sagt, wo der Betrieb vorgesehen ist. Er ersetzt nicht die Prüfung, die Sie für Ihre Zeichnungen und Ihre Kunden selbst anstellen, mit den Leuten, die bei Ihnen für Verträge und Datenschutz zuständig sind.
Aus einem geplanten Standort folgt nicht, welche Baugruppe ein bestimmter Kunde sehen darf. Das folgt aus Ihrer Freigabe. Aus einem geplanten Standort folgt auch nicht, ob ein alter Liefervertrag das Zeigen einer Zeichnung deckt, ob eine Stückliste eine Geschäftsgeheimnisfrage ist oder ob ein Kunde die Sicht an einen Dritten weitergeben darf. Solche Fragen gehören in Ihre Unterlagen und zu Ihrem Rat, nicht in einen Satz auf einer Produktseite, der so tut, als sei damit alles geklärt.
Wer ein Zertifikat erwartet, den müssen Sie auf den Plan hinweisen, nicht auf ein Papier, das es hier nicht gibt. Lieber den Satz klein halten als ein Zeichen nennen, das niemand ausgestellt hat. Der Kunde, der ein Zeichen für seine eigene Akte braucht, bekommt es nicht aus diesem Text. Er bekommt eine klare Auskunft über den Stand: vorgesehen ist Hosting in Deutschland. Behauptet wird keine Prüfung durch eine Stelle, die hier nicht geprüft hat.
Zugriff nur auf das Freigegebene
Der Zugriff folgt der freigegebenen Baugruppe und der Serie, nicht dem Archivbaum. Wer eine Serie eintippt, sieht, was Sie für diese Serie freigegeben haben. Eine zweite Baugruppe derselben Maschine bleibt unsichtbar, solange sie nicht freigegeben ist. Ein anderer Kunde mit einer anderen Serie sieht das Blatt, das zu seiner Serie gehört, auch wenn beide denselben Typ gekauft haben. Die Familie ist nicht die Sicht. Die Freigabe ist die Sicht.
Nehmen Sie eine Freigabe zurück, verschwindet die Baugruppe aus dieser Sicht. Der Kunde öffnet die Serie und findet die Baugruppe nicht mehr, bis Sie einen korrigierten Stand neu freigeben. Das ist der sichtbare Widerruf. Ein stilles Überschreiben wäre das Gegenteil: die Baugruppe bleibt da, der Inhalt ist am Nachmittag ein anderer, die Anfrage vom Vormittag lässt sich nicht mehr auf das Blatt legen, das der Kunde gesehen hat. Zurücknehmen und neu freigeben lässt eine Lücke in der Zeit, und diese Lücke ist ehrlicher als zwei Inhalte unter demselben Anblick.
Die Zeichnung selbst bleibt bei Ihnen, auch während der Kunde sie sieht. Die Sicht ist keine Übergabe der Mappe. Was ein Kunde mit einer Darstellung macht, die er einmal geöffnet hat, regelt nicht ein Blogtext und nicht ein geplanter Serverstandort. Das regeln Sie in dem Rahmen, den Ihre Verträge und Ihre Praxis schon haben. Das Portal ändert daran nichts dadurch, dass es eine Baugruppe zeigt. Es ändert, dass Sie wählen können, welche Baugruppe das ist, und dass Sie diese Wahl zurücknehmen können.
Die Mappe im Besprechungsraum kann danach aufgehen. Sie geht auf für die Baugruppe, die Sie prüfen und freigeben. Sie geht nicht auf als Laufwerk für das ganze Haus des Kunden. Der Kunde bekommt den Bestellweg. Die Zeichnung bleibt Ihre.
Von Clemens Jonathan Schmid
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