After-Sales
Die Anfrage kommt an, das Angebot bleibt Ihres
Das Portal sammelt die Anfrage, während Preis, Lieferzeit und Bestand im Angebot des Herstellers bleiben.
Die Mail ist kurz. Serie, Baugruppe, Position, Teilenummer, Benennung, Menge, und ein Satz, dass die Nummer einen Nachfolger hat. Der Kunde hat am Telefon schon nach dem Preis gefragt, noch während er die Markierung angetippt hat. Auf der Zeichnung stand keiner. Der Innendienst öffnet nicht einen Warenkorb. Er öffnet die Kalkulation, die er für dieses Teil schon kennt, schaut ins Lager, schaut auf die Serie und schreibt das Angebot so, wie er es letzte Woche für eine andere Station geschrieben hat. Die Zeile in der Mail hat ihm das Suchen erspart. Den Preis hat sie ihm nicht abgenommen.
Das ist die Teilung, die das Ersatzteilgeschäft aushält. Die Anfrage kommt vollständig an, ohne eine Zahl in Euro. Das Angebot bleibt Ihres.
Eine Anfrage ohne Preis ist fertig
Fertig heißt hier: ein anderer Mensch kann daraus einen Vorgang machen, ohne zurückzurufen, welches Teil gemeint ist. Dafür stehen Serie, Baugruppe, Position, Teilenummer, Benennung und die Menge in der Zeile. Die Menge hat der Kunde gesetzt, nicht die Stückliste. Die Stückliste sagt, wie oft das Teil verbaut ist. Der Kunde sagt, wie viele Stück er jetzt haben will. Eins ist ein gültiger Wert.
Ein Preis steht in dieser Zeile nicht, und sie ist dadurch nicht unvollständig. Preis ist die Antwort auf die Anfrage, nicht ein Feld, das der Kunde ausfüllen müsste, damit Sie ihn verstehen. Lieferzeit steht auch nicht darin. Bestand steht nicht darin. Wer diese drei Dinge in die Anfrage zwingt, verlangt vom Kunden eine Auskunft, die nur Sie geben können, oder er zeigt ihm eine Auskunft, die noch gar nicht geprüft ist.
"Preise auf Anfrage" ist deshalb ein sachlicher Zustand und keine Floskel auf einer Seite, die man später durch eine Zahl ersetzt. Der Preis wird vom Innendienst geschrieben. Die Zeichnung schreibt ihn nicht. Ein Ballon hat eine Position. Die Position hat eine Teilenummer. Die Teilenummer hat in Ihrer Kalkulation einen Preis, der von der Serie, vom Los, vom Restbestand oder von einer Sonderfertigung abhängen kann. Diese Abhängigkeit löst das Angebot. Sie liegt nicht als feste Zahl auf dem Blatt, das der Kunde antippt. Der Hinweis auf einen Nachfolger ist ebenfalls keine Preisaussage. Er nennt die neue Nummer, die alte bleibt auffindbar, und welche Kiste geht, schreiben Sie ins Angebot.
Wer Preis und Termin schreibt
Der Innendienst schreibt den Preis in das Angebot, mit den Konditionen, die Sie für diesen Kunden schon verwenden. Zahlungsziel, Staffel, Mindestmenge, der Hinweis, dass ein Ersatz aus Restbestand kommt und der Nachfolger anders heißt. Das sind Sätze, die eine Zeichnung nicht kennen muss. Sie kennen sie, weil Sie das Geschäft machen. Eine Maske, die den Preis aus einer Tabelle neben den Ballon setzt, tut so, als sei die Tabelle immer der aktuelle Wille des Hauses. Tabellen altern. Angebote werden am Tag geschrieben, an dem die Anfrage da ist.
Die Lieferzeit ist derselbe Satz, nur über Tage statt über Geld. Sie hängt daran, ob das Teil liegt, ob es gefertigt wird, ob ein Lieferant die Variante noch führt, ob die Serie eine Ausführung braucht, die nicht die des Regalfachs ist. Eine Zahl auf der Zeichnung, "fünf Tage", wäre an dem Tag falsch, an dem das Fach leer ist. Der Innendienst sagt die Zahl, die an diesem Tag stimmt, oder er sagt, dass er sie noch nicht sagen kann. Beides ist ein Angebot oder eine Rückmeldung. Beides ist besser als eine Zahl, die von allein auf dem Blatt steht.
Der Bestand ist die heikelste dieser Aussagen, weil er wie eine Tatsache aussieht und oft eine Momentaufnahme mit Vorbehalt ist. Viele Ersatzteillager führen kein Katalogteil mit einer Ampel. Sie suchen, sie fertigen, sie entscheiden, ein Teil für eine stillstehende Maschine aus einem anderen Auftrag umzuwidmen. Eine Zusage "lieferbar", die der Kunde schon gesehen hat, bevor Sie hingesehen haben, erzeugt die Mail, die Sie nicht brauchen: Sie haben es gezeigt. Die Zusage gehört in Ihr Angebot, nachdem jemand hingesehen hat. Vorher ist sie eine Behauptung.
Keine Kasse, keine Buchung
Die Zeile verlässt das Portal als E-Mail oder als CSV. Die Spalten sind Serie, Baugruppe, Position, Teilenummer, Benennung, Menge und der Hinweis zum Nachfolger. Ein Mensch übernimmt sie in den Vorgang, der bei Ihnen ohnehin läuft. Dieser Mensch sieht, wenn die Menge unglaubwürdig ist oder die Serie in der Akte anders geschrieben wird. Er sieht es, weil er den Vorgang anlegt und nicht, weil eine Schnittstelle in der Nacht eine Buchung erzeugt hat.
Es gibt in diesem Weg keine Kasse. Es gibt keine Zahlung, keinen Warenkorb, der einen Auftrag auslöst, keinen Schreibvorgang, der im ERP eine Position anlegt, ohne dass jemand sie gewollt hat. Der Kunde schickt die Anfrage. Sie schicken das Angebot. Ob daraus ein Auftrag wird, entscheiden die Leute, die das bisher entschieden haben, mit dem Preis, den Sie gesetzt haben. Eine Kasse auf einer Zeile, deren Preis noch nicht feststeht, kassiert eine Summe, die Sie danach erklären oder gutschreiben.
Was ein Shop zusätzlich brauchte
Ein Shop brauchte feste Preise, bevor der Kunde einen Knopf drückt. Fest heißt: die Zahl gilt, ohne dass der Innendienst sie am selben Tag noch einmal schreibt. Im Ersatzteil eines Maschinenbauers ist das für manche Verschleißteile denkbar und für viele Positionen falsch. Eine Sonderlänge, ein Mindestlos, ein Teil, das nur noch aus Restbestand geht, ein Nachfolger mit anderem Preis als die Nummer auf dem alten Blatt. "Preise auf Anfrage" beschreibt genau diese Lage. Ein Shop, der trotzdem eine Zahl zeigt, zeigt eine Zahl, die das Angebot danach korrigieren muss.
Ein Shop brauchte außerdem eine Bestandszusage, die Sie halten. Lieferbar oder nicht, sichtbar, bevor das Angebot entsteht. Partmira gibt diese Zusage nicht. Das Portal sammelt die Anfrage und überlässt Lager und Termin dem Angebot. Eine Ampel neben der Teilenummer wäre eine zweite Auskunft, neben der Zeichnung, und diese Auskunft wäre nur dann harmlos, wenn das Lager sie jeden Tag deckt. Deckt es sie nicht, ist die Ampel der teurere Fehler, weil der Kunde sie gelesen hat.
Dazu käme die Zahlung, mit Quittung, Storno und der Frage, was mit einem Teil geschieht, das nicht passt. Das ist ein eigenes Vorhaben. Es löst nicht die Frage, welches Teil gemeint ist. Die ist vorher schon gelöst oder nicht gelöst. Ein Shop auf einer unsicheren Position verkauft die unsichere Position nur schneller. Partmira lässt das weg. Keine Kasse, keine erfundenen Bestände, kein Preis auf dem Blatt. Eine Zahl auf der Zeichnung wäre eine Zusage, die der Innendienst nicht gegeben hat. Partmira macht diese Zusage nicht.
Das Angebot bleibt das Dokument
Was der Kunde am Ende in der Hand hat, ist Ihr Angebot, nicht eine Bestellbestätigung aus einem Knopf. Darin stehen das Teil, die Menge, der Preis, die Lieferzeit und die Bedingungen, die Sie setzen. Die Anfrage hat die ersten zwei Dinge geliefert, Teil und Menge, zusammen mit Serie, Baugruppe, Position, Benennung und dem Hinweis, wenn die Nummer abgelöst ist. Den Rest schreiben Sie.
Der Kunde kann den Preis am Telefon schon wollen, während er die Markierung tippt. Das Gespräch wird kürzer, weil niemand mehr beschreiben muss, welches Teil neben dem Finger lag. Der Preis fällt trotzdem bei Ihnen.
Preise auf Anfrage heißt also: die Zeichnung ist fertig ohne Preis, die Anfrage ist fertig ohne Preis, und der Preis entsteht dort, wo er bisher entstanden ist, im Angebot des Herstellers. Der Bestand und die Lieferzeit entstehen an derselben Stelle. Solange das so bleibt, gibt es nichts zu kassieren und nichts zu buchen, bevor Sie das Angebot geschrieben haben. Die Anfrage ist angekommen. Das Angebot ist Ihres.
Von Clemens Jonathan Schmid
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